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Belastete Abgeordnete: Christdemokraten gehen mit Rot-Rot – Grüne und FDP verweigern sich
Potsdam – Die Kontroverse um die Konsequenzen aus dem Überprüfungsbericht zur Stasi-Vergangenheit von Abgeordneten scheint zumindest in Bezug auf die größte Oppositionspartei beendet. Die CDU ist jetzt bereit, zusammen mit Vertretern der SPD und der Linkspartei einem Antrag zuzustimmen, der den fünf betroffenen Abgeordneten lediglich empfiehlt, sich „weiter kritisch“ mit ihrer Biografie auseinanderzusetzen. Die FDP macht nicht mit und auch mehrere Grüne haben Ablehnung signalisiert. Bereits unmittelbar nach Veröffentlichung des Berichts der vierköpfigen Überprüfungskommission hatte der CDU-Generalsekretär und Abgeordnete Dieter Dombrowski angekündigt, dass seine Fraktion sich darum bemühen werde, eine gemeinsame Entschließung aller Landtagsfraktionen zu erreichen. Diese Ankündigung stand etwas unvermittelt neben der Forderung seiner Fraktions- und Parteivorsitzenden Saskia Ludwig, die einen „stasi-freien“ Landtag forderte. Nach den gestrigen Beratungen sieht es jetzt so aus, dass ein Großteil der Christdemokraten seine Unterschrift unter einen Text setzen wird, dem auch die fünf Parlamentsmitglieder in den Reihen der Linkspartei zustimmen, die einst selbst für die Staatssicherheit gearbeitet haben.
Der von Dombrowski den anderen Fraktionen vorgelegte Entwurf einer gemeinsamen Resolution wurde an einigen wesentlichen Stellen nach Absprachen mit Vertretern der SPD und der Linkspartei verändert. Demnach bedankt sich der Landtag nicht länger für die „Bewertungen“ der Kommission, sondern nimmt diese „zur Kenntnis“. Neu ist auch ein Bezug auf einen Landtagsbeschluss von 1994, der damals faktisch weitere Überprüfungen mit dem Schlagwort vom „menschlichen Maß“ beendete. Der wohl bedeutsamste Unterschied zwischen den ursprünglichen CDU-Forderungen und dem jetzigen Kompromisstext offenbart sich allerdings in einem einzigen Wort. Während zunächst bei Dombrowski lediglich die Aufforderung zu lesen war, die früheren Stasi-Spitzel sollen sich im Bewusstsein ihrer Schuld und Verantwortung mit ihrer Rolle als Volksvertreter „kritisch“ auseinander setzen, heißt es jetzt, sie sollen sich „weiter kritisch“ auseinandersetzen. Damit wäre insbesondere die Kontroverse um das Verhalten von Gerlinde Stobrawa beendet. Denn diesem Mitglied der Linksfraktion war auch von der Kommission vorgeworfen worden, in ihren bisherigen Aussagen zu ihrer Zusammenarbeit mit dem MfS „nicht glaubhaft“ zu sein.
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24. Januar 2012 um 23:50 |
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