Keine neues Schulgesetz – Stattdessen dreifache Rolle rückwärts

Nachdem das Bildungsprojekt zur Integration von lernbehinderten und verhaltensauffälligen Kindern in Regelschulen vorerst auf Eis gelegt worden ist, soll nun die Regelung der vorgezogenen Einschulungsfrist zurückgenommen und die Vergleichsarbeiten in Klasse 6 abgeschafft werden, wie Bildungsministerin Martina Münch (SPD) am Montag in Potsdam bekanntgab. Die Opposition wirft ihr Aktionismus vor.

Martina Münch
Martina Münch

(dapd) Auf Druck der Linken hatte sich die Ministerin von dem Gedanken verabschiedet, einen Entwurf für ein neues Schulgesetz noch in dieser Legislaturperiode einzubringen. Münch verteidigte ihren Rückzieher bei der Inklusion: „Dass die Inklusion gescheitert wäre, ist so nicht richtig.“ Es werde dem Prozess nutzen, wenn sich die Beteiligten ein Jahr mehr Zeit nehmen würden – nach der Devise „Gründlichkeit vor Schnelligkeit“. Erst nach der Wahl sei sicher, ob die nötigen finanziellen Ressourcen auch in der kommenden Legislatur bereitgestellt werden könnten, begründete Münch den Sinneswandel. Zudem soll die Erfahrung der Pilotschulen zunächst gründlich ausgewertet werden.Unterdessen will sich die Ministerin für eine Rückkehr zur ursprünglichen Stichtagsregelung für die Einschulung einsetzen. Kinder, die nach dem 30. Juni ihren sechsten Geburtstag feiern, sollen erst im folgenden Jahr eingeschult werden. Mit der seit 2005 geltenden Regelung mit dem Stichtag am 30. September kämen zu viele Fünfjährige in die Schule. Seitdem sei die Rückstellquote bei der Untersuchung der Schultauglichkeit von 8 auf 12 Prozent angestiegen.

Die Abschaffung der Vergleichsarbeiten für Sechsklässler begründete die Ministerin mit zu viel Verwaltungsaufwand. Die Tests, die ursprünglich für den Übergang in die weiterführenden Schulen dienten, hätten sich nicht als Kontrollinstrument für die Leistungsfähigkeit der Schüler bewährt. Die Änderungen würden den Angaben zufolge erst ab 2015 greifen.

Die CDU-Fraktion im Landtag wirft Münch Aktionismus in der Bildungspolitik vor. „Brandenburgs Schulen sind keine Spielwiese, wo die Spielregeln nach Gutdünken geändert werden können“, sagte der bildungspolitische Sprecher, Gordon Hoffmann, und kündigte Widerstand gegen die Pläne von Rot-Rot an. Die Ministerin betreibe eine Alibi-Politik mit Forderungen, die vollkommen ins Leere greifen, statt sich um die Bekämpfung des Unterrichtsausfalls und um die Bekämpfung des Lehrermangels zu kümmern.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s