Dombrowski: „Es geht um menschliche Schicksale“

Potsdam (dpa/pfdm) Rund 1300 ehemalige DDR-Heimkinder haben sich bisher in der regionalen Beratungsstelle und Hilfe aufgesucht. Professionelle Kräfte unterstützen sie dabei, mit ihrem Schicksal umzugehen und vergangene Erlebnisse zu verarbeiten.

Dieter Dombowski, Ulrike Poppe, Martina Münch
Dieter Dombowski, Ulrike Poppe, Martina Münch

Etwa 1300 Betroffene haben sich seit der Einrichtung des Fonds „Heimerziehung in der DDR“ vor einem Jahr in der regionalen Beratungsstelle gemeldet. 1126 ehemalige DDR-Heimkinder werden aktuell von den drei Beratern betreut, wie die brandenburgische Aufarbeitungsbeauftragte Ulrike Poppe am Donnerstag mitteilte.

Geschehenes könne nicht ungeschehen gemacht werden. „Aber wir können – neben der Hilfe, die die Betroffenen erhalten, der Stigmatisierung dieser ehemaligen Heimkinder entgegenwirken und sie dabei unterstützen, ihr Schicksal öffentlich zu thematisieren“, sagte Bildungsministerin Martina Münch (SPD).

Sie bedauerte, dass Betroffene bis zu anderthalb Jahre auf einen Erstberatungstermin warten müssten. Hintergrund hierfür sind Vorgaben, nur 10 Prozent des 40 Millionen Euro schweren Fonds für Verwaltungs- und Organisationsaufgaben auszugeben. „In Brandenburg haben wir diese Grenze schon ausgereizt“, sagte Poppe. Außerdem seien bis März bereits 3,15 Millionen Euro an Hilfen an Betroffene ausgezahlt worden. Das seien 650.000 Euro mehr als eingeplant.

Dieter Dombrowski, Vorsitzender der CDU-Fraktion und Vize-Chef der Enquete Kommission sagt dazu: „Die Landesbeauftragte ist oftmals die einzige Anlaufstelle für die zahlreichen Opfer der SED-Diktatur in Brandenburg. Sie leistet einen sehr wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung, die zwei Jahrzehnte in Brandenburg stark vernachlässigt wurde. Die aufwendigen Beratungen der Opfer sind oft nicht einfach, weil es um rechtliche, finanzielle und psychologische Fragen geht. Das benötigt Zeit und gut geschultes Personal.

Anderthalb Jahre bis zu einem Erstberatungstermin für die ehemaligen DDR-Heimkinder sind allerdings zu lang und eine Zumutung. Wenn die Aufarbeitungsbeauftragte Ulrike Poppe zusätzliche Unterstützung braucht, müssen Landtag und Landesregierung handeln und ihr im Interesse der Opfer zur Seite stehen. Es geht nicht um politische Ansichten, sondern um menschliche Schicksale.“

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2 Kommentare zu „Dombrowski: „Es geht um menschliche Schicksale“

  1. Falsch Herr Dombrowski!

    Es sei Ihnen nahegelegt sich eventuell mal mit Betroffenen der „soz. Umerziehungsmethoden“ zu unterhalten. Und darüber weshalb es immer noch möglich ist in Brandenburg das diese Art der Behandlung der Betroffenen von Staawa Ginnow und Dr. E. Rautenberg nicht als Politisch motiviert angesehen wird.
    So werden tausenden Betroffenen die Längst fälligen Renten aus dem OEG und die Entschädigungen vorenthalten.
    Das hat was mit Geld zu tun , allerdings nun an der richtigen Stelle.

    Na bitte! Nun ist die Katze aus dem Sack.

    Nach zu lesen im „ Der Tagesspiegel“ vom Sonntag, 14. Juli 2013
    Zitat:
    Brandenburgs Bildungsministerin fordert Nachbesserung des Ost-Fonds
    Brandenburgs Bildungsministerin Martina Münch (SPD) fordert Nachbesserungen des Ost-Fonds. Nach der Bundestagswahl müsse erneut über dessen Ausstattung und Konstruktion mit Bund und Ländern beraten werden. Etwa über die strikte Vorgabe, dass nur zehn Prozent der 40 Millionen Euro für die Beratung ausgegeben werden dürfen, in Brandenburg nur 322 000 Euro. „Wir haben diese Grenze schon ausgereizt“, sagte Poppe.
    Zitat ende.
    Und es wird noch besser:
    Zitat:
    „Mehr als 400 000 Kinder lebten zwischen 1949 und 1990 in DDR-Jugendheimen und wurden zum Teil grausam drangsaliert. In Brandenburg waren es 74 000. Eine Entschädigung für ihr Leid bekommen sie nicht, es sei denn, sie werden als politisch Verfolgte eingestuft und strafrechtlich rehabilitiert. Doch das passiert selten, die Vorgaben sind streng.“
    Zitat ende.
    So sieht Entschädigung und Aufarbeitung in Brandenburg tatsächlich aus. Es wird nicht entschädigt und die Betroffenen werden weiterhin an der langen Leine durch die Manege geführt. Nun zeigt man sich überrascht und überfordert aber nicht von den bekanntgewordenen gewallt Verbrechen bei der sozialistischen „Umerziehung“ von Kindern und Zwangsarbeit, sonder nur über den Andrang der Betroffenen in Brandenburg.
    Etwas am völlig verfehlten Ansatz des „Strafrechtlichen Rehabilitationsgesetzes“ zu ändern, denn das ist ein Gesetz für unschuldig politisch verfolgte „Erwachsene“ im Unrechtsstaat DDR, fällt den politischen Verantwortlichen nicht ein, sondern lediglich das alte Argument der Verwalltung „ mehr Geld „ das wie selbstverständlich von den ehemaligen Betroffenen Heimkindern kommen soll. Man brüskiert sich darüber das man aus dem lächerlich mageren Topf für angebliche Hilfsleistungen für die Betroffenen nur 10 % für die Verwaltung entnehmen darf.
    So ein Ärger!
    Es hätten doch auch 50 % sein können, so hätte die Verwaltung in dem Falle Ministerin Münch und Frau Poppe erfolgreich Ihre eigenen Arbeitsplätze auf Jahre mindestens einer gewissen Daseinsberechtigung zuordnen können. Gut dann bleiben für alle ehemaligen an Menschenrechten und Menschenwürde schwer misshandelten ehemaligen Heimkinder der „sozialistischen Umerziehungsmethoden und Experimente“, die selbstverständlich nicht Politisch motiviert waren lediglich 20 Mill. Für die Feigenblatt Hilfe zum Lebensunterhallt.
    Ich vermeide das Wort was genau diese Leute in Umlauf gebracht haben von einer „angeblichen Entschädigung „. Ich denke es ist Längst an der Zeit das die Betroffenen von geschlossener Heim – Unterbringung von Damals und Heut die ich nicht vergessen will, ebenso die Behinderten die man am RTH vollends an den Rand gedrängt (besser gesagt vor die Tür, und somit ausgeschlossen) erneut auf die Straße gehen!
    Wir alle sollten diesen Spuck „ Fondslösung“ beenden.
    Speziell in Brandenburg so kann man fast Täglich nachlesen (Haasenburg) werden vermutlich erneut Opfer also schwer misshandelte Heim – Kinder in geschlossenen Einrichtungen produziert. Von vielen Jugendämtern trotz erheblicher Unklarheiten zurück in die Hände Ihrer Peiniger dort gegeben also erneut „zugeführt“. Unter der so man heute lesen kann mangende Kontrolle der zuständigen Ministerin und aller verantwortlichen. Was den Herschafften einfällt ist nicht der Schutz der Schutzbefohlenen und die längst überfällige „Entschädigung“ der ehemaligen Insassen von Spezialheimen und Jugendwerkhöfen“ ganz s im Gegenteil.
    Was nun lautstark und ebbend erneut völlig am Thema vorbei gefordert wird ist.
    Mehr Geld, mehr Geld, mehr Geld! Für sich selbst!
    Lutz Adler

  2. Herr Dombrowski !!!
    Leider muss ich erkennen das Sie ,Herr Dombrowski mit Ihrer Aussage Ihren letzten Weisheitszahn verloren haben . Nur wer wirklich weis wie die Sachlage für die Betroffenen ist sollte sich auch dazu äußern .Wenn ich als Betroffene eine Anlaufstelle betrete und Rede und Antwort stehen muss würde ich davon ausgehen das 1 Psychologe vor Ort ist .Wer fängt die Menschen auf die nach diesen Gespräch zusammen brechen und die nächsten Monate Ihres Lebens nicht mehr zurecht kommen ? Der Fragebogen an sich reicht aus um die meisten vom Stuhl zu hauen . Fazit –seht zu wo Ihr bleibt oder beantragt eine Therapie -Punkt .Dies dauert bekanntlich aber Monate bis zur Genehmigung . Es ist einfach nur schäbig .Rechtliche Beratung —- Was verstehen Sie darunter . Wurde schon mal geschafft das jemand durch die Anlaufstellen auf Grund von Haftähnlichen Bedingungen Rehabilitiert wurde ? Wie sieht es mit den Sachfremden Zwecken aus ? Das wäre in meinen Augen eine wirkliche Hilfe !!!!! Kein gebettle um ein neues Bett oder die Wohnung malern zu dürfen . Bis das alles genehmigt wird gibt es diese Sachen zu dem abgemachten Preis auch schon nicht mehr .Haben Sie sich schon mal Gedanken gemacht wie es ist sich noch einmal in den Läden nackig zu machen ? Das ist dann die Runde 2 vom Fond . Was verstehen Sie unter Aufwändige Beratung ? Wenn es nicht die Foren für Heimkinder geben würde könnten Sie Millionen einsparen .Und genau das ist so gewollt .Aber genau dadurch wurde erreicht das wir uns gegenseitig austauschen und jeder erfährt was er überhaupt für Rechte hat .
    Auf das gut geschulte Personal warten die Betroffenen noch immer .
    Wenn nicht alles seit 20 Jahren so krampfhaft unter den Tisch gekehrt werden würde hätte die Hasenburg (Firma zur Vermarktung von Kindern ) nie einen Fuß in Brandenburg setzen können . Das schlimmste daran ist für mich der Gedanke das Heime wieder einmal auf der gleichen weise kontrolliert werden sollen wie bisher . Eine Kommission wird gebildet !! Unabhängig ??? Man könnte ja auch ehemalige Betroffene mit einbeziehen . Genau wir sind es die Missstände als erstes aufdecken könnten und auch ohne Rücksicht auf Verluste machen würden .
    NordaKrauel

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