Keine Brandenburger Landesminister auf Gedenkveranstaltungen zum 13. August 1961

Woidke:  „Unser Nachwuchs muss ein so bedeutendes Datum kennen und einordnen können.“

1961-1989
1961-1989

 (abwahl2014.com mit dpa ) Am 13. August 1961 hatte die SED-Führung unter Walter Ulbricht mit dem Bau der Mauer begonnen. Das rund 155 Kilometer lange Bollwerk zerschnitt Berlin mehr als 28 Jahre. Die Teilung endete  mit dem Fall der Mauer am 9. November 1989.

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen starben an der Berliner Mauer mindestens 138 Menschen durch das DDR-Grenzregime. Die Zahl der Toten an der einstigen, knapp 1400 Kilometer langen innerdeutschen Grenze steht noch nicht fest. Der Forschungsverbund SED-Staat an der Freien Universität Berlin untersucht bis Ende 2015 Verdachtsfälle.

An der Glienicker Brücke mahnten die CDU-Landeschefs von Berlin und Brandenburg, Frank Henkel und Michael Schierack, Freiheit und Demokratie zu verteidigen. Schierack erinnerte daran, dass die SED-Diktatur vor 25 Jahren durch mutige Ostdeutsche gestürzt wurde.

An der Mauergedenkstättte am Griebnitzsee trafen sich mittags mehr als 20 Bürger auf Einladung des Forums zur kritischen Auseinandersetzung mit DDR-Geschichte im Land Brandenburg e.V.. Gerade an diesem Ort wurde aufgrund der Tatsache, dass sich dort heute  Mauerreste und ein Kinderspielplatz befinden, bewusst, dass die heutige Freiheit nichts Selbstverständliches ist.

Nach einer aktuellen Meinungsumfrage weiß jeder zweite Deutsche nicht, dass der Mauerbau am 13. August 1961 begann. Roland Jahn, forderte in der «Schwäbischen Zeitung», jungen Menschen in der Schule verstärkt die Teilungsgeschichte zu vermitteln.

Angesichts dieses Umfrageergebnisses sei bei der Überarbeitung der Rahmenlehrpläne für den Schulunterricht vor fünf Jahren  in Brandenburg festgelegt worden, dass die Auseinandersetzung mit der deutschen Teilung und der geteilten Geschichte der DDR und der Bundesrepublik bereits ab der siebten Klasse gesicherter Bestandteil des Unterrichts ist, hob  der Brandenburger Ministerpräsident Woidke (SPD) in einer schriftlichen Erklärung hervor. „Dieser Grundsatz muss auch für die Erarbeitung neuer Rahmenlehrpläne gemeinsam mit Berlin gelten.“ Er wünsche sich, dass die deutsche Teilung und der Mauerbau auch bei außerschulischen Projekten und Klassenfahrten noch mehr Gewicht bekommt. „Unser Nachwuchs muss ein so bedeutendes Datum kennen und einordnen können.“

Von den Ministern des Landes Brandenburg war  niemand auf den Gedenkveranstaltungen. Auf  Nachfrage in der Staatskanzlei war von Regierungssprecher Thomas Braune am gestrigen Mittag zu erfahren, dass lediglich der  Amtschef des Ministeriums für Wirtschaft und Europaangelegenheiten, Herr Dr. Carsten Enneper, an der von der Stadt Potsdam und der Fördergemeinschaft Lindenstrasse 54 organisierten Schiffsfahrt entlang der ehemaligen Grenze teilnehmen wird.

Der Ministerpräsident war derweil auf Sommerreise durchs Land unterwegs  und anschließend beim Strohballenfest.

Terminhinweis zum Mauerweglauf „100 Meilen Berlin“

 

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2 Kommentare zu „Keine Brandenburger Landesminister auf Gedenkveranstaltungen zum 13. August 1961

  1. Das war von Herrn Woidke doch nicht anders zu erwarten.
    Gesang und lehre Parolen auf Strohballen Festen.
    Die Opfer der DIKTATUR der SED sind in Brandenburg längst zur Nebensache geworden. Den selbst festgestellten handlungsdruck den Opfern gegenüber, den der Ministerpräsident beim Amtsantritt noch im Auge hatte ist längst zu den Akten gelegt worden.
    Diese Regierung und das zeigt die rege Beteiligung an derartigen Gedenkveranstaltungen, oder sollte ich besser sagen „nicht beteiligung“ zeigt erneutden respektlosen Umgang den Opfern gegenüber.
    Diese Landesregierung hat keine Achtung vor den Opfern und keinen Respekt vor unseren Toten.
    Längst ist verdrängt wer 89 auf der Straße für die Menschenrechte und die Freiheit unter höchstem persönlichen Risiken eingestanden ist.
    Ja Herr Woidke, die Menschen die Ihnen diese Zeilen ins Stammbuch schreiben!!
    Lutz Adler

  2. Dem Ministerpräsidenten unterstelle ich keine unlauteren Motive – dass die Befürworter der Mauer (antifaschistischer Schutzwall) ungerne an einer Gedenkveranstaltung teilnehmen kann ich nachvollziehen – dass aber dieses düstere Kapitel unserer Geschichte immer mehr verdrängt wird, halte ich für unverantwortlich.
    Hoffentlich lernen unsere Enkel im Geschichtsunterricht nicht, die Mauer wurde von den Amerikanern errichtet.

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