20.02.2010 „Ball der Wirtschaft“ in Potsdam

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EVENT: Schalom und Happy Birthday

Dank Stargast Iris Berben baute der 10. Ball der Wirtschaft an seinem runden Geburtstag auch Brücken nach Israel

POTSDAM / PIRSCHHEIDE – Ja! Die Antwort auf die Frage, die wohl vielen Lesern nun auf der Zunge liegt, lautet: Ja, definitiv!! Iris Berben schaut auch in echt super aus – wie schon zuvor bei der Bambi-Verleihung. Da ist nichts mit nachträglichem Weichzeichnen auf den Fotos. Die Top-Mimin und frisch gekürte Präsidentin der Deutschen Filmakademie beeindruckte wieder als Naturschönheit, wie sie da am Samstag als Stargast beim 10. Ball der Wirtschaft im Kongresshotel makellos über den Teppich schritt. Wie eine Art edles Schneewittchen („Haut wie Schnee, Haare wie Ebenholz“) in einer champagnerfarbenen Kleid-Kreation von Yves Saint-Laurent.

Klar, dass man so einer Frau nicht irgendein belangloses Präsent verehrt. IHK-Präsident Victor Stimming überreichte ein Fläschchen. Chanel Nr. 5? Nein. „Holy Water“, erklärte er. Wasser aus dem Heiligen Land für die Schauspielerin. Seit Jahren liebt sie Israel – „Ich habe das Land zum ersten Mal als 17-Jährige bereist.“ – und engagiert sich gegen Antisemitismus. An diesem Abend stellte sie den „Iris-Berben-Fonds für Gehirnforschung“ an der Universität Jerusalem vor. Dafür hatte sie sogar die Preisverleihung der Berlinale sausen lassen. Unermüdlich posierte sie für Kameras und Foto-Handys – dabei immer auch fest im Beschützer-Blick ihres Lebensgefährten Heiko Kiesow. Der stattliche Stuntman aus Potsdam gab sich allerdings selbst sehr bedeckt: „Ich möchte nicht mit der Presse reden – zuviel schlechte Erfahrungen.“

Wesentlich gesprächiger gegenüber Journalisten zeigten sich da schon Menschen wie Ingeborg Kaltwasser. Angereist aus Falkensee, stand sie mit dicker Joppe am dunklen Straßenrand zum Hotel. Ein glühender Iris-Berben-Fan? Nein; die ehemalige Lehrerin ist glühende Gegnerin von Rot-Rot, so wie die etwa 30 anderen Transparente-Träger an diesem Abend. Bis zum Hotel konnten sie nicht vordringen: „Der Hauseigentümer ließ uns ausrichten, dass wir sonst wegen Hausfriedensbruchs angezeigt werden“, so Organisator Robert Bachmann. Aber man habe ohnehin nicht die Veranstaltung selbst stören wollen, sondern lediglich ein Zeichen setzen. Alt-Ministerpräsident Manfred Stolpe kritisierte die Aktion später als „am Rande der Geschmacklosigkeit“. Ministerpräsident Matthias Platzeck nahm es gelassener: „Ich bin in der DDR für die Demonstrationsfreiheit auf die Straße gegangen, als es noch gefährlich war. So lange ich politisch tätig bin, werde ich mich dafür einsetzen, dass diese Freiheit erhalten bleibt.“

Ansonsten zeigte sich Platzeck bestens gelaunt; wie frisch verliebt walzte er mit Gattin Jeanette übers Parkett. Und oben auf der Bühne durfte er bei der Eröffnung das tun, was sich die meisten anderen Männer im Saal wohl insgeheim wünschten: ein wenig auf Tuchfühlung zu gehen mit der tollen Saint-Laurent-Robe von Iris Berben. Apropos Robe: Die Münchner Promi-Lady Giulia Siegel, die das Souterrain mit Tanzbarem beschallte, verriet ganz nebenbei das sympathische Geheimnis ihres sexy-smaragdgrünen Outfits: „Selbst designt, mit Anleihen bei Versace und Gucci; dann habe ich es in Hongkong schneidern lassen – inklusive Steuern und Lieferung hat das nur 120 Euro gekostet.“ Auf dem Ball lieferte die Ex-Dschungelcamperin ihre Schokoladenseite ab: liebenswürdig; sehr arbeitsam an den Plattentellern.

Zu seinem ersten runden Geburtstag glänzte der Ball nicht nur mit 830 Gästen – 80 mehr als im Vorjahr – , sondern auch mit netten Schmankerln. Wer hätte etwa geahnt, dass Anwalt und Ex-Politiker Peter-Michael Diestel ein enger Kumpel von Schauspieler Herbert Köfer ist? Die beiden saßen am Tisch eines Solarenergie-Produzenten. Oder dass Wirtschaftsminister Ralf Christoffers – gebürtiger Rostocker – unter anderem gelernter Schiffbauer ist? Nur zum Brückenbauen kam Christoffers an diesem Abend nicht: „Hätte ich gewusst, dass die Demonstranten da draußen stehen, wäre ich raus zu ihnen – zum Reden.“ Doch zu diesem Zeitpunkt waren die Protestierenden längst schon wieder daheim.

Da war es bereits nach Mitternacht, die Tombola verlost, und Iris Berben hatte den Spenden-Jackpot geknackt: 28 600 Euro für die Hirnforschung in Israel – so spendabel hatten sich die Ballgäste noch nie gezeigt. Schalom und Happy Birthday.

(Quelle: Märkische Allgemeine vom 22.02.2010 von IIdiko Röd)