Jetzt geht er ganz

Brandenburgs Ex-Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) zieht sich ganz aus Landespolitik zurück.

Matthias Platzeck (SPD). Matthias Platzeck steht vorerst nicht zur Verfügung. Foto: R. Hirschberger (Quelle: dpa)
Matthias Platzeck (SPD). Matthias Platzeck steht vorerst nicht zur Verfügung. Foto: R. Hirschberger (Quelle: dpa)

(dpa) Er werde bei der Landtagswahl im kommenden Jahr nicht mehr antreten, kündigte der 59-Jährige am Dienstag seiner Fraktion an. „Ich habe erkannt, dass ich den Schnitt nach den langen Jahren in Regierungsverantwortung nicht nur halb, sondern ganz machen will“, sagte Platzeck der Nachrichtenagentur dpa. Er habe im Herbst nochmals einen gesundheitlichen Warnschuss erhalten und wolle sich nun auf sein Engagement in politischen und sozialen Stiftungen konzentrieren. Sein Abgeordnetenmandat will Platzeck aber noch bis zur Wahl ausüben.

Platzeck war im vergangenen August nach einem leichten Schlaganfall als Regierungschef und Landesparteichef zurückgetreten. Beide Ämter übernahm der vormalige Innenminister Dietmar Woidke. Platzeck ist aber noch in zahlreichen Organisationen aktiv. „Ich habe in der vergangenen Woche in Kassel für das Deutsch-Russische Forum die Festrede zum Petersburger Dialog gehalten und für die Friedrich-Ebert-Stiftung war ich in Warschau“, beschreibt er seinen neuen Arbeitsalltag. „Ich wollte kürzertreten und habe feststellen müssen, dass die Arbeitsbelastung noch nicht abgenommen hat.“ „Jetzt geht er ganz“ weiterlesen

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Der Brief von Christian Booß an Matthias Platzeck – Eine Abrechnung mit dem Ministerpräsidenten

Christian Booß

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, lieber Matthias Platzeck,

wie bekannt ist, habe ich im Frühjahr 2010 mit anderen für die Opposition im Brandenburgischen Landtag den Antrag zur Einsetzung Enquetekommission formuliert. Erschrocken bin ich über deren gegenwärtigen Zustand und meine eigenen Rechercheerfahrungen als Experte.

Unser Ziel war es, durch eine kritische Rückschau, Brandenburg endlich von der ‚kleinen DDR’ abzunabeln. Damit sollten neuen Perspektiven für das Land im 21. Jahrhundert eröffnet werden. Im Sinn hatten die meisten sicher so etwas wie eine neue Bürgerlichkeit, aber weder im Sinne eines elitären Bewusstsein, das die Mehrheit ausschließt noch im Sinne eines Rückfalls in die Zeiten des gutsherrlichen Paternalismus.

Ein Modernisierungsschub für ein Land war angepeilt, das ja in Verbindung mit der Metropole Berlin zentral im neuen Europa liegt. „Der Brief von Christian Booß an Matthias Platzeck – Eine Abrechnung mit dem Ministerpräsidenten“ weiterlesen