Wenn die Stasi-Garde trainiert

Opferverbände zeigen sich entsetzt über den Aufmarsch der NVA-Nostalgiker am Stalin Mahnmal in Treptow. Die Polizei hat nun ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Waffen- und Versammlungsgesetz eingeleitet. Im Juni wird trotzdem erneut paradiert.

DDR-Folklore. Am sowjetischen Ehrenmal in Treptow marschierten am Himmelfahrtstag Veteranen in Uniformen der NVA und des Stasi-Wachregiments „Feliks Dzierzynski“ auf. - Foto: Theo Heimann
DDR-Folklore. Am sowjetischen Ehrenmal in Treptow marschierten am Himmelfahrtstag Veteranen in Uniformen der NVA und des Stasi-Wachregiments „Feliks Dzierzynski“ auf. – Foto: Theo Heimann

Die Polizei hat am Freitag nun doch ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Waffen- und Versammlungsgesetz gegen Unbekannt eingeleitet. Tags zuvor hatte das Präsidium noch erklärt, der Aufmarsch von  Männern in den Uniformen der NVA und des Stasi-Wachregiments „Feliks Dzierzynski“ sei erlaubt gewesen. Die in Zeitungen abgedruckten Bilder widersprächen dem, was die eingesetzten Beamten vor Ort wahrgenommen haben, hieß es vorerst zur Begründung.

In Stechschritt und grauen Uniformen, davor ein Mann in Vopo-Kluft. Dieses Bild bot sich am Donnerstag den Besuchern des sowjetischen Ehrenmals im Treptower Park, wo zahlreiche Gruppen den Jahrestag der Befreiung von der Naziherrschaft am russischen „Tag des Sieges“ feierten.

Denkwürdiges Gedenken bei freiLand

DDR-Nostalgie-Verein initiiert Skulptur-Aufstellung

von Robert Bachmann

mahnmal-ohne text-graustufenAnlässlich des Gedenkens an den Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus am 8. Mai 1945 findet am Mittwoch auf dem Gelände des durch die Landeshauptstadt Potsdam und deren Stadtwerke finanzierten alternativen Kulturzentrums freiLand Potsdam die Aufstellung einer Bronzeplastik statt. Auf dem Areal in der Teltower Vorstadt befanden sich bis 1944 die Arado Flugzeugwerke, die dort auch mit Zwangsarbeitern Teile für die damals modernen Arado-Bomben-Flugzeuge hergestellt haben.

„Die Befreiung“, so der Name der Skulptur des Berliner Bildhauers Jürgen Raue, die bis 1989 auf dem Gelände der Gedenkstätte Auschwitz stand, dort einem neuen Gedenkkonzept weichen musste und eingelagert wurde. Nun wird diese Plastik auf Initiative der  Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde e.V. (GBM) und mit Hilfe von Spenden an dem sehr wohl denkwürdigen Ort aufgestellt.

Denkwürdig sind allerdings auch die Protagonisten des Vereins, den freiLand Potsdam sich dafür als Partner auserkoren hat. Die GBM, über die man nach mehreren Unterlassungsverfügungen nicht sagen darf,  sie sei 1991 von ehemaligen SED- und Stasi-Kadern gegründet worden, fällt auch heute noch durch ihre starke Nähe zur SED-Nachfolgerin Die LINKE auf. Inhaltlich auf „einigungsbedingte Menschenrechtsverletzungen“ fokussiert, sieht der Verfassungsschutz Berlin die GBM als „Plattform für Personen, die nach 1990 ihre Ämter oder Reputation als Angehörige der DDR-Funktionselite oder als Künstler, Wissenschaftler oder Juristen verloren haben“.  Der Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen Hubertus Knabe spricht über die GBM gar von „DDR-Nostalgikern“, die sich dem organisierten „Kampf für die Interessen von Stasi- und SED-Kadern“ widmen würden. „Denkwürdiges Gedenken bei freiLand“ weiterlesen

„Irrsinnige Gewalttätigkeit von Mao“

Gregor Voehse und Roman Böttcher erklärten Jugendlichen im Freiland den Sozialismus

Sind Millionen Tote nicht grausamer Beweis genug für das Scheitern dieser Idee? Nein, so einfach dürfe man es sich nicht machen, meint Gregor Voehse, Sozialarbeiter beim Diakonischen Werk in Potsdam. Der 51-Jährige veranstaltete am Samstag gemeinsam mit Roman Böttcher im Jugendkulturzentrum Freiland ein Seminar zur Geschichte und Praxis von Sozialismus und Kommunismus. Böttcher, Schüler des Zweiten Bildungsweges, und Voehse kennen sich seit vielen Jahren aus der Fan-Szene des Potsdamer Fußballklubs SV Babelsberg 03, wo Voehse als Sozialarbeiter tätig war.

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Wer in der DEMOKRATIE schläft, wacht in der DIKTATUR auf!

Das Forum zur kritischen Auseinandersetzung mit DDR-Geschichte äußert sich zur Seminarreihe „Theorie und Praxis des Sozialismus und Kommunismus“

In einem Schreiben an Mitglieder und Sympathisanten hat das Forum zur kritischen Auseinandersetzung mit DDR-Geschichte im Land Brandenburg e.V. im Zusammenhang mit der Initiative zur Bildung einer Menschenkette zum Gedenken an die Opfer stalinistischer Gewalt anlässlich der Eröffnung der Dauerausstellung in der Gedenkstätte Leistikowstraße den Kursteilnehmern der am 7. April 2012 startenden Bildungsreihe im Jugendprojekt Freiland „Theorie und Praxis des Sozialismus und Kommunismus“ folgende Anregung gegeben:

„Es wäre zu wünschen, dass auch Referenten sowie Teilnehmer der von der FH Potsdam im Jugendprojekt Freiland unterstützten Bildungsreihe zu den Grundlagen sozialistischen und kommunistischen Denkens den 18. April zu einer Exkursion in die Leistikowstraße nutzen, um ihren politischen Horizont gleich an einem Originalschauplatz kommunistischer Gewaltherrschaft zu erweitern. Hier bietet sich an einem authentischen Ort die Gelegenheit, Zeitzeugen dieser Diktatur zu erleben.“

Nachhilfe im Sozialismus / Kommunismus

Märkische Union fordert Aufklärung über Massenverbrechen des Sozialismus/Kommunismus

Dr. Saskia Ludwig

Zu den Plä­nen der Fach­hoch­schu­le Pots­dam und Frei­land eine neue Se­mi­nar­rei­he „Nach­hil­fe im So­zia­lis­mus / Kom­mu­nis­mus“ ein­zu­rich­ten, sagen die Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der Mär­ki­schen Union, Dr. Sas­kia Lud­wig, und der stell­ver­tre­ten­de Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de, Die­ter Dom­brow­ski: „Un­gläu­big und mit Ab­scheu haben wir zur Kennt­nis ge­nom­men, dass eine In­itia­ti­ve von Do­zen­ten un­ter­stützt von der FH Pots­dam junge Men­schen mit der Ideo­lo­gie des men­schen- und frei­heits­ver­ach­ten­den So­zia­lis­mus / Kom­mu­nis­mus ver­traut ma­chen will.“

„Hier soll of­fen­bar der Nähr­bo­den für eine so­zia­lis­ti­sche Dik­ta­tur be­rei­tet wer­den. Sol­chen links­ra­di­ka­len Ten­den­zen muss der Nähr­bo­den ent­zo­gen wer­den. „Nachhilfe im Sozialismus / Kommunismus“ weiterlesen

Wie geht Kommunismus?

Fachhochschule und Freiland geben in neuer Seminarreihe Nachhilfe im Linkssein

POTSDAM / TELTOWER VORSTADT -Die roten Karls sind wieder im Kommen. Marx und Liebknecht prangen auf den Covern zweier Kompendien, die jungen Menschen Basiswissen über die „Theorie und Praxis des Sozialismus und Kommunismus“ vermitteln sollen – in der politischen Bildungsreihe „Enragés – Das Seminar“, die am 7. April startet. „Viele Jugendliche, die sich von ihrer Gesinnung her links verorten, haben nur diffuses Wissen darüber“, sagt Gregor Voehse. Das will der erfahrene Sozialarbeiter und langjährige Betreuer des Fanprojekts von Drittligist Babelsberg 03 ändern. Gemeinsam mit dem Studenten Roman Böttcher hat er die kostenfreie Nachhilfe zum Linkssein konzipiert. Darüber hinaus übernahm das Duo einen Lehrauftrag im Sommersemester an der Fachhochschule Potsdam (FHP). „Das muss heute unbedingt zur Ausbildung von Sozialarbeitern gehören“, ist Voehse angesichts immer neuer Konflikte zwischen linker und rechter Szene wie zuletzt in Grube (MAZ berichtete) überzeugt. Die Seminare wollen die Neulehrer bei Bedarf ins Umland und nach Berlin exportieren.

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