Stasi-Gefängnis bekommt neue Dauerausstellung

In Berlin-Hohenschönhausen können Besucher in Zellen und Verhörräumen ahnen, wie die Stasi im einstigen Untersuchungsgefängnis herrschte. Das Besucher-Interesse steigt von Jahr zu Jahr. Nun ist der groß angelegte Umbau der Gedenkstätte fertig.

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Im einstigen zentralen Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit in Berlin-Hohenschönhausen wird an diesem Freitag eine neue Dauerausstellung eröffnet.

Berlin (dpa) Im einstigen zentralen Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit in Berlin-Hohenschönhausen wird an diesem Freitag eine neue Dauerausstellung eröffnet. Unter dem Titel „Gefangen in Hohenschönhausen – Zeugnisse politischer Verfolgung 1945 bis 1989“ werden rund 500 seltene Exponate sowie historische Fotos gezeigt. Zur Eröffnung werden Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) sowie Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) erwartet, wie die Gedenkstätte mitteilte. Auch ein früherer Häftling wird zu den Gästen sprechen. „Stasi-Gefängnis bekommt neue Dauerausstellung“ weiterlesen

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Wenn die Stasi-Garde trainiert

Opferverbände zeigen sich entsetzt über den Aufmarsch der NVA-Nostalgiker am Stalin Mahnmal in Treptow. Die Polizei hat nun ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Waffen- und Versammlungsgesetz eingeleitet. Im Juni wird trotzdem erneut paradiert.

DDR-Folklore. Am sowjetischen Ehrenmal in Treptow marschierten am Himmelfahrtstag Veteranen in Uniformen der NVA und des Stasi-Wachregiments „Feliks Dzierzynski“ auf. - Foto: Theo Heimann
DDR-Folklore. Am sowjetischen Ehrenmal in Treptow marschierten am Himmelfahrtstag Veteranen in Uniformen der NVA und des Stasi-Wachregiments „Feliks Dzierzynski“ auf. – Foto: Theo Heimann

Die Polizei hat am Freitag nun doch ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Waffen- und Versammlungsgesetz gegen Unbekannt eingeleitet. Tags zuvor hatte das Präsidium noch erklärt, der Aufmarsch von  Männern in den Uniformen der NVA und des Stasi-Wachregiments „Feliks Dzierzynski“ sei erlaubt gewesen. Die in Zeitungen abgedruckten Bilder widersprächen dem, was die eingesetzten Beamten vor Ort wahrgenommen haben, hieß es vorerst zur Begründung.

In Stechschritt und grauen Uniformen, davor ein Mann in Vopo-Kluft. Dieses Bild bot sich am Donnerstag den Besuchern des sowjetischen Ehrenmals im Treptower Park, wo zahlreiche Gruppen den Jahrestag der Befreiung von der Naziherrschaft am russischen „Tag des Sieges“ feierten.

„Aufklärung kennt keinen Schlussstrich“

von Robert Ide und Gerd Nowakowski, erschienen im Tagesspiegel

Vor 20 Jahren wurde das Stasi-Unterlagen-Gesetz verabschiedet. Roland Jahn spricht im Interview über den Stolz der Ostdeutschen – und die 68er der DDR.

Roland Jahn, Chef der Stasiunterlagenbehörde. Foto: dpa
Roland Jahn, Chef der Stasiunterlagenbehörde. Foto: dpa

Frage: Das Stasiunterlagengesetz ist eines der wenigen Dinge, die in das gemeinsame Land übernommen wurden. Warum sind die Ostdeutschen trotzdem nicht stolz darauf?

Roland Jahn: Das sehe ich nicht so. Ostdeutsche sind auch darauf stolz. Das Stasiunterlagengesetz ist eine Erfolgsgeschichte. Erstmalig in der Welt wurden die Akten einer Geheimpolizei offengelegt. Und das in einem Verfahren, das eine rechtsstaatliche Basis hat.

 Frage: Aber viele Ostdeutsche haben das Gefühl, sie werden von diesem Stasiunterlagengesetz zu Mittätern gestempelt.

Jahn: Das Gesetz stempelt niemanden ab. Es schafft Transparenz und regelt den Zugang zu den Akten. Wenn Millionen Menschen durch diese Akten erfahren haben, wie in ihr Leben eingegriffen worden ist, dann kann man sagen, es ist gut, was die Ostdeutschen hier erreicht haben. Wir alle erfahren, wie die Diktatur in der DDR funktioniert hat durch den Blick in diese Stasiakten. Die Überprüfungen auf frühere Stasitätigkeit im öffentlichen Dienst haben dazu beigetragen, dass mehr Vertrauen in die Behörden hergestellt worden ist. „„Aufklärung kennt keinen Schlussstrich““ weiterlesen

Knabe: DDR-Folklore verletzt Würde der Opfer

Gedenkstättenleiter Hubertus Knabe dringt auf ein Verbot des öffentlichen Zurschaustellens von Uniformen und Hoheitszeichen des DDR-Regimes.

Hubertus Knabe

(epd) „Wir erleben in Deutschland seit Jahren einen zunehmend achtlosen Umgang mit Überbleibseln der kommunistischen Diktatur“, sagte der Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen in einem epd-Gespräch in Berlin. So fänden sich in Berlin überall an den touristischen Brennpunkten „Schauspieler“ in Uniformen der SED-Diktatur. „Das ist nicht nur geschmacklos, sondern verletzt die Würde der Opfer dieser Diktatur“, sagte Knabe dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Knabe: DDR-Folklore verletzt Würde der Opfer“ weiterlesen

Die Akte Gysi

Die NDR/ARD-Dokumentation „Die Akte Gysi“ zeigt, wie aus einem willigen Helfer des DDR-Systems ein populärer, gesamtdeutscher Politiker wurde.