Rot-Rot will weniger Geschichte vermitteln

Der Verband der Geschichtslehrer beklagt einen drohenden Abbau des Fachunterrichts in Brandenburg.

Geschichtsbuch auf Tisch in Klassenzimmer. Drohender Abbau des Fachunterrichts wird beklagt. Foto: F.Stratenschulte/Archiv (Quelle: dpa)
Drohender Abbau des Fachunterrichts wird beklagt. Foto: F.Stratenschulte/Archiv (Quelle: dpa)

(dpa) Nach einem neuen Rahmenlehrplan solle der Geschichtsunterricht in den Klassen 5 und 6 künftig in einem allgemeinen Fach Gesellschaftswissenschaften aufgehen, sagte der Landesvorsitzende Günter Kolende. „Da ist die Vermittlung der Geschichte nur noch ein Teil neben Geografie und politischer Bildung.“ Für eine fundierte Vermittlung des Geschehens gerade in den letzten 25 Jahren nach der Wende bleibe zu wenig Platz.

Diese bedenkliche Entwicklung setze sich in der Sekundarstufe I fort, wo es in den Klassen 7 und 9 nur jeweils eine Wochenstunde Geschichte gebe. „Das reicht nicht für eine Vermittlung früherer Epochen wie dem Absolutismus und dem 18. Jahrhundert, aber auch nicht für die deutsche Geschichte seit der Weimarer Republik „, meinte Kolende. In den Klassen 8 und 10 gibt es jeweils zwei Wochenstunden. „Rot-Rot will weniger Geschichte vermitteln“ weiterlesen

Schulunterricht zu DDR-Geschichte in Brandenburg nicht ausreichend

Schwere Versäumnisse

schulePotsdam (dpa) Beim Umgang mit der DDR-Vergangenheit hat es an Brandenburgs Schulen aus Expertensicht schwere Versäumnisse gegeben.In manchen Lehrerkollegien habe es anfangs eine regelrechte „Blockade” gegen neues, demokratisch aufgeklärtes Personal gegeben, sagte die erste Bildungsministerin des Landes, Marianne Birthler, am Freitag in der Enquetekommission des Landtags zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Auch andere Zeitzeugen wie der ehemalige Kreisschulrat Werner Weiß kritisierten eine mangelnde Reformierung des Schulwesens: Ein Großteil der DDR-Lehrerschaft sei linientreu gewesen – und nach der Wende sei manch überzeugter SED-Genosse im Amt geblieben: „Auch wenn jeder wusste: der sollte besser nicht bleiben.“ Viele Lehrer hätten „regelrecht unter der Wende gelitten“ und seien völlig unwillig gewesen, in der neuen Demokratie etwas dazuzulernen, berichte Weiß. Dementsprechend wenig hätten deren Schüler dann über die DDR-Diktatur gelernt. „Schulunterricht zu DDR-Geschichte in Brandenburg nicht ausreichend“ weiterlesen

Große Anfrage: „Umgehende Verbesserung der Bedingungen für SED-Opfer in Brandenburg und eine nachhaltige Vermittlung der DDR-Geschichte“

In der Plenardebatte am 25.04.2012 stand die Große Anfrage der CDU-Fraktion zu „Umgehende Verbesserung der Bedingungen für SED-Opfer in Brandenburg und eine nachhaltige Vermittlung der DDR-Geschichte“ im Landtag Brandenburg auf der Tagesordnung.

Hier die Rede von Dieter Dombrowski stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag Brandenburg:

Lesen Sie hier die Antwort der Landesregierung!

Bachmann: „Man darf sich nur nicht zum Opfer machen lassen!“

Wir reden im Zusammenhang mit Diktaturen immer wieder von Opfern. Zu Recht. Es gab unzählige und deren Schicksale sind teilweise bis heute nicht ansprechend anerkannt.

Robert Bachmann

So hat man heute auch wieder vor der Gedenkstätte in der Leistikowstraße demonstriert und um eine angemessene Würdigung derer gebeten, die unter der kommunistischen Diktatur der DDR in eben jener Leistikowstaße einsaßen und die ihr Schicksal nicht angemessen dargestellt sehen.

Ich mag den Begriff Opfer nicht mehr verwenden, er hat etwas Unterwürfiges. Mit Unterwürfigkeit haben die Schicksale dieser Menschen nichts zu tun. Sie haben aufbegehrt und wurden dafür bestraft. Zu Unrecht. Für mich sind es Widerständler. „Bachmann: „Man darf sich nur nicht zum Opfer machen lassen!““ weiterlesen

Menschenkette gegen neue Dauerausstellung

Mit einer Menschenkette haben verschiedene Initiativen in Potsdam gegen die neue umstrittene Dauerausstellung in der Gedenkstätte Leistikowstraße demonstriert. An der Aktion beteiligten sich rund 60 Opfer.

Dirk Jungnickel (rechts.) und Bob Bahra bringen in Potsdam ein Protestplakat vor der Gedenkstätte Leistikowstraße an. Die Opferverbände wenden sich gegen die neue Ausstellung in dem ehemaligen KGB-Gefängnis, die es ihrer Meinung nach zu einem KGB-Museum macht

Potsdam (dpa) Mit einer Menschenkette haben verschiedene Initiativen in Potsdam gegen die neue umstrittene Dauerausstellung in der Gedenkstätte Leistikowstraße demonstriert. An der Aktion beteiligten sich rund 60 Opfer, Zeitzeugen und Politiker, darunter die FDP-Landtagsabgeordnete Linda Teuteberg. Die Ausstellung sollte am Nachmittag eröffnet werden. Sie dokumentiert die Geschichte des Hauses als Gefängnis der sowjetischen Spionageabwehr von 1945 bis 1989. „Menschenkette gegen neue Dauerausstellung“ weiterlesen

Geschichte als Generationsfrage?

Eine Postion von Linda Teuteberg in den Potsdamer Neuesten Nachrichten

Gedanken vor und nach einer Landtagsrede zur Vergangenheitsdebatte in Brandenburg

Linda Teuteberg Foto: Karoline Wolf

Als das neue Jahr anfing, habe ich ein paar Tage gar nicht daran gedacht, dass aus dem alten noch eine jahrzehntealte Hinterlassenschaft übrig geblieben war. Der Bericht jener Kommission, die unser Landesparlament mit den Nachforschungen zur Vergangenheit beauftragt hatte, war Mitte Dezember fertig geworden, aber dann verging sogar Dreikönig, bis er zu Schlagzeilen führte. Da war dann wieder jenes Wort aus einer anderen Zeit: Stasi.

Ich bin im April 1981 geboren. Zu spät zum Glück um zu dem Thema noch viel sagen zu können aus eigenem Erleben. Mein Glück macht die Sache allerdings kompliziert, wenn ich als junge Landtagsabgeordnete aufgefordert werde, etwas zu sagen zu der Sache. Da steht dann jemand, der in Niedersachsen aufgewachsen ist, auf den Landtagsfluren und erzählt Journalisten, dass es doch nicht angehe, wenn so eine junge Brandenburgerin sich anmaße, über Dinge zu reden, die sie gar nicht kennen könne. „Geschichte als Generationsfrage?“ weiterlesen

DDR im Klassenzimmer

Die Märkische Oderzeitung berichtet

Frankfurt (Oder) Der Geschichtsunterricht an Brandenburger Schulen wird oft kritisiert. Vor allem deutsche und speziell DDR-Geschichte würden kaum behandelt, heißt es oft. Doch an der Ulrich-von-Hutten-Oberschule haben Schüler, Eltern und Lehrer dazu sogar einen extra Unterrichtsraum eingerichtet.

Wer den Geschichtsraum im Haus 2 der Hutten-Oberschule betritt, fühlt sich um mehr als zwei Jahrzehnte zurückversetzt. Da fallen sofort FDJ-Hemd und Pioniertuch auf, aber auch die Dederon-Kittelschürze, viele Schallplatten von Puhdys, Renft oder Frank Schöbel, der einst so begehrte Stern-Recorder, über den MP3-verwöhnte Jugendliche von heute allenfalls müde lächeln, Urkunden, Medaillen und Ehrenzeichen… „DDR im Klassenzimmer“ weiterlesen