Opposition wirft Bildungsministerin Münch Führungsschwäche vor

Die Bildungsministerin Martina Münch (SPD) steht nach einer umstrittenen Personalentscheidung im Kreuzfeuer der Kritik

Bildungsministerin Martina Münch (SPD). Münch (SPD) wird Führungsschwäche vorgeworfen. Foto: Ralf Hirschberger/Archiv (Quelle: dpa)
Bildungsministerin Martina Münch (SPD). Münch (SPD) wird Führungsschwäche vorgeworfen. Foto: Ralf Hirschberger/Archiv (Quelle: dpa)

(dpa) Die Opposition im Brandenburger Landtag wirft Münch Führungsschwäche vor und sieht die Arbeitsfähigkeit des Ministeriums gefährdet. In einer Sondersitzung des Landtags verteidigte die Ministerin am Dienstag ihre Führungspolitik. Der CDU-Abgeordnete Gordon Hoffmann zitierte in einer Sondersitzung des Bildungsausschusses am Dienstag aus einem Offenen Brief von mehr als 80 Mitarbeitern des Ministeriums. Darin wird Münch mangelnde Kommunikation bei der Versetzung des für die Heimaufsicht zuständigen Abteilungsleiters vorgeworfen. „Hängt diese Versetzung mit der Schließung der Haasenburg-Heime zusammen?“, wollte Hoffmann wissen. Die Heime für schwer erziehbare Kinder und Jugendliche waren im Dezember nach Misshandlungsvorwürfen geschlossen worden. „Opposition wirft Bildungsministerin Münch Führungsschwäche vor“ weiterlesen

Haasenburg-Heime noch nicht geschlossen

Nach Misshandlungsvorwürfen sollen die Haasenburg-Heime geschlossen werden. Doch das dauert – länger als das Ministerium dachte.

Immer noch offen
Immer noch offen

(dpa) Die angekündigte Schließung der umstrittenen Haasenburg-Heime in Brandenburg ist noch nicht eingeleitet. Das Jugendministerium arbeite noch an dem Entzug der Betriebserlaubnis, sagte ein Behördensprecher am Montag. «Die juristischen Hürden sind hoch», erklärte er. Die von einer Untersuchungskommission festgestellten Missstände allein reichten nicht aus für die Verfügung. «Wir gehen von einer latenten Kindeswohlgefährdung aus und müssen nachweisen, dass der Betreiber nicht Willens und nicht in der Lage ist, diese zu verhindern», sagte der Sprecher. Ursprünglich wollte Jugendministerin Martina Münch (SPD) die Schließung in der vergangenen Woche durchsetzen. „Haasenburg-Heime noch nicht geschlossen“ weiterlesen

Justizminister plant Gesetz für Jugendarrest: „Soziales Training“

CDU lehnt Kuschelarrest ab

Brandenburgs Justizminister Volkmar Schöneburg. Brandenburgs Justizminister Volkmar Schöneburg. Foto: Bernd Settnik/Archiv (Quelle: dpa)
Brandenburgs Justizminister Volkmar Schöneburg. Brandenburgs Justizminister Volkmar Schöneburg. Foto: Bernd Settnik/Archiv (Quelle: dpa)

(dpa) Brandenburgs Justizminister Volkmar Schöneburg (Linke) will den Jugendarrest erstmals mit einem Gesetz regeln. „Ziel ist es, den Jugendarrest als erstes stationäres soziales Training zu gestalten“, sagte Schöneburg am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. „Wir wollen keine Abschreckung bei Wasser und Brot, sondern Defizite aufdecken und dann ein erstes Krisenmanagement und weitere Hilfen anbieten.“ Zuvor hatte die „Märkische Allgemeine Zeitung“ über die Pläne berichtet. Der Minister will das Jugendarrestvollzugsgesetz im Dezember im Kabinett vorstellen, Anfang kommenden Jahres soll es im Landtag eingebracht werden. Die CDU übte scharfe Kritik an dem geplanten Gesetz. „Justizminister plant Gesetz für Jugendarrest: „Soziales Training““ weiterlesen

Der Haasenburgskandal – Eine Bestandsaufnahme

von Grit Poppe

Grit Poppe
Grit Poppe

Kritik an den Zuständen in den Heimen der Haasenburg GmbH in Jessern, Müncheberg und Neuendorf, in denen Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren, die als schwierig gelten, weggesperrt werden, hat es schon seit Jahren gegeben.

Betroffene Jugendliche stellten Strafanzeige, Mitarbeiter und eine Rechtsanwältin beschwerten sich beim Landesjugendamt, das diese Einrichtungen kontrollieren soll.

Es ging um körperliche und seelische Gewalt, um drastische Zwangsmaßnahmen gegen Kinder und Jugendliche, die nicht das taten, was die Erzieher wollten, um Strafsport und brutalen Drill, getarnt als „Anti-Aggressionsmaßnahmen“. „Der Haasenburgskandal – Eine Bestandsaufnahme“ weiterlesen

Haasenburg-Heime dürfen keine Jugendlichen mehr aufnehmen

Für drei Mitarbeiter der umstrittenen Haasenburg-Heime hat Brandenburgs Bildungsministerium ein Beschäftigungsverbot verhängt – zudem sollen keine weiteren Kinder in den Heimen aufgenommen werden.

von Alexander Fröhlich

In der Kritik: Nun wurde gegen drei Mitarbeiter der umstrittenen Haasenburg-Heime ein Arbeitsverbot ausgesprochen.
In der Kritik: Nun wurde gegen drei Mitarbeiter der umstrittenen Haasenburg-Heime ein Arbeitsverbot ausgesprochen.

Erstmals seit Bekanntwerden schwerer Misshandlungsvorwürfe gegen den Jugendheim-Betreiber Haasenburg GmbH vor dreieinhalb Wochen hat Brandenburgs Jugendministerin Martina Münch (SPD) Konsequenzen für die Einrichtungen gezogen. Am Dienstagabend um 17.54 Uhr teilte das Ministerium mit, dass Münch ein Beschäftigungsverbot gegen drei Haasenburg-Mitarbeiter erteilt hat. Zudem dürfen nach einem Belegungsstopp keine neuen Jugendlichen in den Heimen in Jessern, Neuendorf (Dahme-Spreewald) und in Müncheberg (Märkisch-Oderland) aufgenommen werden. Münsch schließt inzwischen eine Schließung der Heime nicht aus, sollten sich die Vorwürfe bestätigen.

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