Deckname „Schade“

Günther Staffa ist Geschäftsführer Sport im Landessportbund (LSB) Brandenburg und war inoffizieller Mitarbeiter bei der Stasi, Deckname „Schade“. Doch obwohl er laut Arbeitsvertrag fristlos gekündigt werden müsste, passiert nichts.

Mehr als nur Anwerbungsversuche: Die Stasiakte belegt Staffas Tätigkeit. (Bild: AP)
Mehr als nur Anwerbungsversuche: Die Stasiakte belegt Staffas Tätigkeit. (Bild: AP)

Günther Staffa ist ein Sportfunktionär alter DDR-Schule. Der einstige Spitzenfunktionär als Stellvertretender Bezirksvorsitzender des DTSB Potsdam und SED-Kader hat sich gut in die demokratischen Strukturen nach dem Mauerfall hinübergerettet. Der heute 56-jährige war nach dem Mauerfall viele Jahre Präsident der Europäischen Sportakademie des Landes Brandenburg sowie auch Vizepräsident des Landessportbundes. Seit 2008 ist er dort als Geschäftsführer für den Bereich Sport tätig. Nun wurde seine Stasi-Vergangenheit öffentlich.
Lesen und hören Sie den Bericht des Deutschlandfunks hier!

Lesen Sie auch: „Der Sport in Brandenburg, eine geschlossene Gesellschaft“ – Ines Geipel bei der Enquete-Kommission!

 

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Der Sport in Brandenburg, eine geschlossene Gesellschaft

Am 22. Februar 2013 war Prof. Dr. Ines Geipel zu der Sitzung der Enquete-Kommission des Landes Brandenburg „Aufarbeitung der Geschichte und Bewältigung von Folgen der SED-Diktatur und des Übergangs in einen demokratischen Rechtsstaats im Land Brandenburg“ geladen

V. l. n. r.:Prof. Dr. Ines Geipel von der Berliner Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch", Prof. Dr. Hans Joachim Teichler von dem Institut für Sportwissenschaft an der Universität Potsdam und Wolfgang Neubert, Präsident des Landessportbundes BrandenburgQuelle: Landtag Brandenburg
Links: Prof. Dr. Ines Geipel Quelle: Landtag Brandenburg

„Herzlichen Dank für die Möglichkeit, hier, vor Ihnen, ein paar Sätze zur Aufarbeitung des DDR-Sportsystems und zum Transformationsprozess nach 1989 im Land Brandenburg sagen zu können. In meinen Augen wird Geschichte, werden Umbruchsprozesse am sinnfälligsten an konkreten Leben. Erlauben Sie mir deshalb, in aller Kürze eines vorzustellen. Das deshalb, weil an ihm der Sport der DDR, vor allem aber seine Nachgeschichte gleichermaßen symbolisch ablesbar sind.

Hören Sie hier einen Beitrag des Deutschlandfunks zu diesem Thema: “Enquete-Kommission in Brandenburg diskutiert zum Sport in der SED-Diktatur”

Es geht dabei um Birgit Uibel, die unmittelbar nach dem Mauerbau, im Oktober 1961 in Belten, mitten im Braunkohleherz Vetschau, geboren wurde. Vetschau, das hieß eines der größten Kohlekraftwerke der DDR, in dem auch die Eltern von Birgit Uibel arbeiteten. Da die ältere Tochter sportlich talentiert war, begann sie früh mit dem Training. Als sie 14 war, wurde sie in die Kinder- und Jugendsportschule in Cottbus aufgenommen. Mit 16 Jahren und damit als Minderjährige erhielt sie vom Cottbuser Chefarzt Bodo Krocker – Mannschaftsarzt der DDR-Leichtathletik, Bezirkssportarzt und Stasi-IM mit Decknamen „Wartburg“, ab 1981 auch IME, also im Status eines Experten-IMs – erstmals männliche Sexualhormone. „Der Sport in Brandenburg, eine geschlossene Gesellschaft“ weiterlesen