Den Ball flach halten

Robert Bachmann – Politik für die Mitte

Saskia Ludwig hat einen Beitrag in der Zeitung „Junge Freiheit“ veröffentlicht. Der Aufschrei in der brandenburgischen Politik ist groß. Frau Ludwig übt Kritik an der Presselandschaft und deren Umgang mit der noch gar nicht so weit entfernten Diktatur DDR. Und sie glaubt, dass sich einige Pressevertreter eher inhaltlich der rot-roten Regierung Platzeck nahe fühlen und die Situation im Lande nicht realistisch darstellen.  Noch dazu sieht sie sich gezwungen das Erbe des ehemaligen Vorsitzenden der CDU Brandenburgs,  Jörg Schönbohm, zu verteidigen: „Gegen die Täter der SED-Diktatur, die bis heute in Brandenburg an den Hebeln der Macht sitzen“

Journalistenschelte ist immer gefährlich. Sie wird oftmals pauschal verstanden, muss aber unter den konkreten Bedingungen im Land Brandenburg differenziert betrachtet werden. Jene, die Frau Ludwig meint, werden es verstanden haben. Und die, die nicht gemeint sind, wissen auch, dass die Kritik sie nicht betrifft.

Die Junge Freiheit ist sicher ein Blatt, das man kritisch betrachten kann. Da gehe ich vollkommen mit. Man darf aber nicht einerseits die Kritik Ludwigs in diesem Blatt als no go darstellen und andererseits ihre Äußerungen als Kritik an der Pressefreiheit darstellen.

Und man darf nicht vergessen. Der Herr Ministerpräsident Platzeck , der mit ehemaligen Stasi-Leuten und SED-Granden regiert, scheut sich auch nicht dem Neuen Deutschland, der kommunistischen Tageszeitung, der Zeitung der ehemaligen SED, der Zeitung der Machthaber der SED-Diktatur, Interviews zu geben.

Also schön den Ball flach halten und sich selbst mal hinterfragen.

Geschichte als Generationsfrage?

Eine Postion von Linda Teuteberg in den Potsdamer Neuesten Nachrichten

Gedanken vor und nach einer Landtagsrede zur Vergangenheitsdebatte in Brandenburg

Linda Teuteberg Foto: Karoline Wolf

Als das neue Jahr anfing, habe ich ein paar Tage gar nicht daran gedacht, dass aus dem alten noch eine jahrzehntealte Hinterlassenschaft übrig geblieben war. Der Bericht jener Kommission, die unser Landesparlament mit den Nachforschungen zur Vergangenheit beauftragt hatte, war Mitte Dezember fertig geworden, aber dann verging sogar Dreikönig, bis er zu Schlagzeilen führte. Da war dann wieder jenes Wort aus einer anderen Zeit: Stasi.

Ich bin im April 1981 geboren. Zu spät zum Glück um zu dem Thema noch viel sagen zu können aus eigenem Erleben. Mein Glück macht die Sache allerdings kompliziert, wenn ich als junge Landtagsabgeordnete aufgefordert werde, etwas zu sagen zu der Sache. Da steht dann jemand, der in Niedersachsen aufgewachsen ist, auf den Landtagsfluren und erzählt Journalisten, dass es doch nicht angehe, wenn so eine junge Brandenburgerin sich anmaße, über Dinge zu reden, die sie gar nicht kennen könne. „Geschichte als Generationsfrage?“ weiterlesen