Bundestag prüft Görkes Wahlkampftour

Linke in Brandenburg droht Strafzahlung

Brandenburgs Finanzminister und Linke-Landeschef Christian Görke. Foto: dpa
Brandenburgs Finanzminister und Linke-Landeschef Christian Görke. Foto: dpa

Die Sommertour für Brandenburgs Finanzminister Christian Görke mitten im Landtagswahlkampf 2014 ist ein Fall für die Bundestagsverwaltung. Es besteht Verdacht auf unzulässige Parteienfinanzierung für die von Görke geführte Landes-Linke. Der droht eine Strafzahlung

Potsdam – Der Bundestag hat ein Verfahren gegen die Linkspartei wegen unzulässiger Parteienfinanzierung im Landtagswahlkampf 2014 eröffnet. Grund ist die damalige „Sommertour“ von Brandenburgs Finanzminister Christian Görke, der auch Spitzenkandidat der Linken in Brandenburg war. Die Bundestagsverwaltung sieht laut Schreiben vom September 2015, das den PNN vorliegt, mehrere „Anzeichen für eine Grenzüberschreitung zur unzulässigen Wahlwerbung“.

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Platzeck versus Görke

Zweierlei Maß?

Porträt Finanzminister Christian Görke © MdF/Johanna Bergmann
Porträt Finanzminister Christian Görke © MdF/Johanna Bergmann

Nun ist es passiert. Die Staatsanwaltschaft Potsdam leitet Vorermittlungen zur Lex Platzeck (SPD) in Sachen Sonderstatus ein. Man hätte es kaum erwartet. Aber es ist richtig. Es kann nicht sein, dass ein Mann, der mal Ministerpräsident war, Sonderstatus genießt, auf Kosten seiner ehemaligen Fraktion protegiert wird und Räumlichkeiten derselben nutzt und einen Mitarbeiter beschäftigt. Und dies über die vereinbarte Karrenzzeit hinaus. Die Staatsanwaltschaft handelt richtig. Aber es stellt sich die Frage, warum in Sachen Christian Görke (Finanzminister/ Die Linke) und seiner ominösen Sommertour nichts passiert ist. Hier kam man nicht einmal von allein auf die Idee, Vorermittlungen aufzunehmen. Es bedurfte erst einer Anzeige, dass man sich überhaupt des Themas annahm.  Noch dazu befand der Staatsanwalt, dass Görke mit der Sache nicht vertraut war, und man so gegen ihn nichts machen könnte. Stattdessen ermittelt man gegen Mitarbeiter des Ministers. Selbst eine Beschwerde, wurde vom Generalstaatsanwalt abgewiegelt. Es ist schon merkwürdig, dass man dies einem Minister durchgehen lässt. Da kommt die Vermutung auf, dass man seinem Dienstherren, der auch  aus dieser Partei kommt, nicht weh tun will. Man darf Zweifel äußern. Man muss es. Aktive Politiker werden scheinbar lieber außen vor gehalten. Die eigene Karriere gilt da wohl mehr. Politik für die Mitte!

Grüne: Linke muss Kosten für Görkes „Sommertour“ übernehmen

Görke weiter in der Kritik

Christian Görke (Die Linke) steht in der Kritik. Foto: Ralf Hirschberger/Archiv (Quelle: dpa)
Christian Görke (Die Linke) steht in der Kritik. Foto: Ralf Hirschberger/Archiv (Quelle: dpa)

(dpa)Brandenburgs Grünen-Fraktion hat die Linke dazu aufgefordert, die Kosten für die umstrittene „Sommertour“ ihres Finanzministers Christian Görke zurückzuerstatten. Eine eindeutige Trennung zwischen Amt und Partei sei bei den Auftritten des Ministers vor der Landtagswahl nicht gegeben gewesen, sagte Fraktionschef Axel Vogel am Dienstag in Potsdam. Er wolle im Haushaltsausschuss einen Antrag auf Rückzahlung stellen, erklärte der Grünen-Politiker. Die CDU könnte sich eigenen Angaben zufolge vorstellen, sich diesem Antrag anzuschließen. SPD und Linke verteidigten dagegen Görke weitgehend.

Ein Minister-Brief an die lieben Genossen

Erst gab es Ärger um die Sommertour von Finanzminister Christian Görke, nun wird Justizminister Helmuth Markov kritisiert: Hat Brandenburgs Linke ein Problem mit der Trennung von Amt und Partei?

Justizminister Helmuth Markov in der Kritik Foto: dpa
Justizminister Helmuth Markov in der Kritik Foto: dpa

Potsdam – Nach der Affäre um die Sommertour von Finanzminister Christian Görke (Linke) mitten im Landtagswahlkampf muss sich nun auch sein Genosse, Brandenburgs Justizminister Helmuth Markov, Vorwürfen erwehren, es nicht so genau zu nehmen mit der Trennung von Amt und Partei. Das Abstimmungsverhalten der Linken im Bundestag zur Verlängerung des Griechenland-Rettungspakets vor anderthalb Wochen war Markov jedenfalls ein ganz besonderes Anliegen. Gemeinsam mit seinem thüringischen Amtskollegen Benjamin-Immanuel Hoff schrieb er in seiner Funktion als Minister einen Brief samt Landeswappen und der Anschrift des Ministeriums als Absender – adressiert an die Parteivorsitzenden und an die Linksfraktion im Bundestag. Darin werben beide ihre Genossen in Partei und Fraktion, der Verlängerung der Griechenlandkredite zuzustimmen. Tatsächlich stimmten die meisten Linken zu.

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Christian Görke wegen „Sommertour“ erneut unter Beschuss

Gutachten belastet Minister

Christian Görke (Die Linke) während seiner Sommertour. Foto: B. Settnik/Archiv
Christian Görke (Die Linke) während seiner Sommertour. Foto: B. Settnik/Archiv

(dpa/pfdm) Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linke) gerät wegen seiner «Sommertour» vor der Landtagswahl im vergangenen Jahr erneut unter Druck. Nach einem Gutachten des Parlamentarischen Beratungsdienstes im Auftrag der CDU-Fraktion widerspricht die Tour «in zentralen Punkten den vom Bundesverfassungsgericht herausgearbeiteten Maßstäben in der Vorwahlzeit zulässiger regierungsamtlicher Öffentlichkeitsarbeit.» Über das Gutachten hatte zunächst die «Lausitzer Rundschau» berichtet.

Somit habe der Minister bei seinen Auftritten etwa bei Verbänden und Vereinen nicht als Regierungsmitglied gehandelt, sondern als Spitzenvertreter der Linken, kritisierte der CDU-Abgeordnete Steeven Bretz am Donnerstag im Landtag. Zudem habe er gegen die Haushaltsordnung des Landes verstoßen, weil ein Auftrag zum Fotografieren der Auftritte ohne Vergleichsangebote und Vermerk an den Potsdamer Linken-Chef Sascha Krämer gegangen sei.

Zudem sind die Fotos auf der Wahlkampfseite des Spitzenkandidaten Görke im Rahmen eines Blog-Tagebuchs erschienen. Eine von der Bürgerinitiative Politik für die Mitte diesbezüglich gestellte Anzeige führte nicht zur Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen  den Minister. Auch einer Beschwerde in gleicher Angelegenheit, mit dem abermaligen Verweis auf die explizite Verwendung der auf Landeskosten gemachten Fotos auf eben jener Seite, wurde durch die Generalstaatsanwaltschaft kein Erfolg eingeräumt. Stattdessen wird nun gegen Mitarbeiter Görkes im Ministerium ermittelt. „Christian Görke wegen „Sommertour“ erneut unter Beschuss“ weiterlesen