Landtagsschloss ohne Kuppel – Architekt Kulka macht sich Luft

Finanzministerium will aus Termingründen auf Gewölbe verzichten

Landtagsschloss ohne Kuppel         Foto:dapd
Landtagsschloss ohne Kuppel Foto:dapd

Potsdam (dapd) Der Potsdamer Landtag wird zunächst ohne Kuppel gebaut. Aus Sicht von Finanzminister Hellmuth Markov (Linke), dessen Ressort federführend für den Bau ist, kann nur so die rechtzeitige Fertigstellung des Baus garantiert werden. Architekt Peter Kulka reagierte entrüstet.

Die Anfertigung des historischen Gewölbes über dem originalen Treppenhaus des einstigen Knobelsdorff-Schlosses würde mehrere Monate in Anspruch nehmen. Damit sei der geplante Fertigstellungstermin des Baus Ende 2013 nicht zu halten, begründete Markov die Entscheidung am Dienstag.

Kulka, der den neuen Brandenburger Parlamentssitz mit historischer Fassade entworfen hatte, warf der Landesregierung daraufhin Ignoranz vor. Bei der symbolischen Fertigstellung des Kupferdaches für das neue Gebäude sprach der Architekt im Beisein von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD) und Markov von einer Missachtung seiner künstlerischen Leistung. Die Landesregierung sei sich der städtebaulichen und historischen Bedeutung des Baus auf dem Grundriss und in der Fassade des alten Stadtschlosses in der Potsdamer Mitte nicht bewusst.

Die Kuppel sei eines der herausragenden architektonischen Elemente des Landtags. Der jetzige Verzicht sei später nicht mehr zu korrigieren, sagte Kulka. Damit widersprach er Markov, der erklärt hatte, dass die Kuppel auch nachträglich gebaut und zunächst eine Flachdecke realisiert werden könne.

Dass der 120 Millionen Euro teure Bau überhaupt in der alten Knobelsdorff-Fassade errichtet wird, hat der Software-Milliardär Hasso Plattner mit zwei Spenden von insgesamt knapp 22 Millionen Euro ermöglicht. Plattner vollzog am Dienstag den letzten Hammerschlag für das Kupferdach.

Quelle: MAZvideos

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Der mit dem Feuer spielt

Jakobs ist aber lieber tabulos.

Oberbuergermeisterwahlen in Potsdam

Nun kann es auch Jann Jakobs SPD) nicht lassen. Er schließt nach der nächsten Kommunalwahl in Potsdam eine Koalition mit der LINKEn (SED) nicht aus. Eine Koalition mit der Partei, deren großen Widersacher, Hans-Jürgen Scharfenberg, er in der Oberbürgermeisterwahl bezwungen hat. Einen Mann, der in der DDR als Inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit gearbeitet hat. Und es geht um die ideologisch und menschenrechtlich stark belastete Partei der ehemaligen SED. Hier scheint Jakobs Anknüpfungspunkte zu finden, könnte sich vorstellen, es seinem Ministerpräsidenten Platzeck gleich zu tun, eben jene ins Boot zu holen, die nicht mal einen Kredit haben, den sie verspielen könnten. Die Linke, weit entfernt von jedweder Realität, soll ein nicht auszuschließender Partner für Jakobs sein. Hauptsache Mehrheit, Hauptsache Machterhalt. Dass diese Partei in der Vergangenheit nicht einmal in Ansätzen eines der Projekte Jakobs‘ unterstützt hat, scheint dabei völlig egal zu sein. Die Gegnerschaft zur wiederaufzubauenden historischen Mitte Potsdams, zum Stadtschloss, zur Kunsthalle seien nur stellvertretend für bisherige Störfeuer derer genannt, die sich als Vertreter der Ewiggestrigen gerieren. Städtebauliche Verfehlungen, wie der Erhalt der Schwimmhalle am Brauhausberg im Ensemble mit dem ehemaligen Terrassenrestaurant Minsk, stehen eher auf der Wunschliste der LINKEn.

Wie diese Positionen je zusammen passen könnten, das weiß scheinbar nur der Oberbürgermeister. Jann Jakobs möchte nicht mit wechselnden Mehrheiten regieren, dafür gibt er scheinbar lieber persönliche Positionen auf. Am Ende dürfte es Stimmen für die SPD kosten. Das bürgerliche Potsdam wird hier nämlich nicht mitgehen.

Regieren heißt aber auch, den Druck der Opposition zu ertragen.

Jakobs ist aber lieber tabulos.

Robert Bachmann – Politik für die Mitte

 

Auf Augenhöhe?

Richtfest des Potsdamer Stadtschlosses

Erneut nutzte die Bürgerinitiative „Politik für die Mitte“ die Möglichkeit, ihr Ansinnen einem breiten Publikum nahe zu bringen. Diesmal war es das Richtfest des Potsdamer Stadtschlosses. Wie immer bei unseren Aktionen stießen wir auf große Zustimmung, selbst der Oberbürgermeister fühlte sich sichtlich wohl in unserer Gesellschaft und genoss gut gelaunt das Bad in der Menge. Aber wo war der Ministerpräsident? Der erschien auf die Minute pünktlich auf der Tribüne und verschwand nach den protokollarischen Reden und kurzem Hinaufschauen zum Richtkranz sofort wieder in der Dunkelheit. Für die Lasershow oder gar das Volk hatte er keinen Sinn. Dabei freute er sich doch bei der Grundsteinlegung, dass die Landesregierung mit dem Stadtschloss nun endlich – runter vom Berg – auf Augenhöhe mit dem Bürger sei. So ganz beim Wort kann man den Ministerpräsidenten dann wohl wieder einmal nicht nehmen.

Eine linke Veranstaltung

Der Tag der offenen Baustelle hinterlässt einen bitteren Beigeschmack

Vertreter der Bürgerinitiave "Gegen Rot-Rot - Politik für die Mitte"

Nun lief sie heute, die durch das Finanzministerium angelegte Entschuldigungsoffensive, die aufgrund  des Ausschlusses der Bevölkerung bei der Grundsteinlegung zum neuen Landtag und dem Protest der dortigen Bürger, von Platzeck kurzerhand eingefordert  wurde. Schön und gut könnte man sagen, jedoch bot sich dem Besucher dieses „Tages der offenen Baustelle“ am Fuße des Stadtschlosses, eine merk- und denkwürdige Szenerie.

Diese Veranstaltung macht Glauben wir befänden uns wieder unter der Herrschaft der Staatspartei SED. Neben Herrn Finanzminister Markov  und der Vize-Parlamentspräsidentin Große (beide DIE LINKE)  wurde der Grubenlauf von zwei stadtbekannten Stasi-Spitzeln eben dieser Partei, beide wollten mal Oberbürgermeister der Landeshauptstadt werden, gesäumt.

Ein Blick ins Rund der Baustelle nach Vertretern der SPD und der Opposition endete mit dem Fazit: Fehlanzeige!

Den Herrschaften der ehemaligen SED und deren Spitzeln des MfS die Hoheit über eine derartige Veranstaltung zu überlassen, ist unverantwortlich. Auch wir als Bürgerinitiative, die sich gegen die rot-rote Landesregierung engagiert, fühlten uns hier sehr alleingelassen.

 

So ist kein Staat zu machen

Kritik aus den eigenen Reihen  / Kluft zwischen Regierung und Bevölkerung geschaffen

Till Meyer

Für den neuen Brandenburger Landtag in der Gestalt des einstigen preußischen Stadtschlosses ist am Mittwoch in Potsdam der Grundstein gelegt worden. Auf der Baustelle am Alten Markt wurde eine Kassette mit Erinnerungen an den 16. Februar 2011 eingelassen. „Wir bauen kein Stadtschloss, sondern einen Landtag in historischer Hülle“, sagte Landtagspräsident Gunter Fritsch. Er freue sich, dass der Kompromiss gelungen sei. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) betonte, dass die Landeshauptstadt nun ihre historische Mitte zurück erhalte. „Über zwei Jahrzehnte Wünsche und Hoffnungen von Vielen werden heute gekrönt.“ „So ist kein Staat zu machen“ weiterlesen

Platzecks Trutzburg

Die Grundsteinlegung zum Potsdamer Stadtschloss, dem künftigen Sitz des Brandenburger Landtages, stand unter einem schlechten Licht. So sehr dieser Bau stadthistorisch, als auch für die Arbeit der Parlamentarier zu begrüßen ist, so sehr verwundert es schon, wie man den Souverän, den Wähler, also jenen, der eben diese Parlamentarier wählt, die in diesem Hause arbeiten werden, einfach nicht an diesem historischen Moment teilhaben lässt.

Verantwortlich für das Protokoll zeichnet das Ministerium des LINKEN Finanzministers Markov. Ist von Mitgliedern der ehemaligen SED solches Gebaren fast zu erwarten gewesen, verwundert es schon, dass weder der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Matthias Platzeck, noch der Oberbürgermeister der Stadt Potsdam, Jann Jakobs, hier interveniert haben. „Platzecks Trutzburg“ weiterlesen

Grundstein hinter Zäunen gelegt – Die PNN berichten

Sechs Jahrzehnte nach der Zerstörung kehrt Potsdams Stadtschloss zurück. Nach langjährigen Auseinandersetzungen um den Wiederaufbau wurde am Mittwoch auf dem Alten Markt der Grundstein für das künftige Parlamentsgebäude Brandenburgs gelegt, das in den Umrissen des Knobelsdorffschen Vorgängerbaus mit der früheren Schlossfassade bis Mitte 2013 errichtet wird.
„Wir heilen eine Wunde der Geschichte“, sagte Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD), der auch auf Kritik an dem Projekt einging. „Wir bauen kein Schloss. Wir bauen einen modernen Landtag, der ins Bild dieser Stadt passt.“ Regierungschef Matthias Platzeck (SPD) erinnerte daran, dass die Wiedergewinnung der früheren Mitte Potsdams seit 1990 mit vielen Rückschlägen verbunden war, ehe sie nun „nach 20 Jahren Träume, Wünsche, Hoffnungen gekrönt“ werde. Er hob hervor, dass das bisher in der früheren SED-Bezirksleitung auf dem Brauhausberg untergebrachte Parlament als zentrales Verfassungsorgan „runter vom Berg“ komme, künftig „auf Augenhöhe mit den Bürgern“ sei. Bei der Grundsteinlegung allerdings nicht.

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