Festakt 25. Jahre Mauerfall – Kritik an Schorlemmer und Erinnerungskultur

Absagen zum Festakt des Landes

Manfred Kruczek
Manfred Kruczek

(pfdm) Morgen findet der zentrale Festakt des Landes Brandenburg zum 25. Jahrestag des Mauerfalls in Cottbus statt. Der gemeinsame Festakt von Landtag und Landesregierung wird in der Cottbuser Oberkirche St. Nikolai begangen.

Auf der Veranstaltung werden unter anderem die Präsidentin des Landtages Brandenburg Britta Stark, Ministerpräsident Dietmar Woidke, die Diktaturbeauftragte Ulrike Poppe als auch Friedrich Schorlemmer sprechen. An Letzterem wird nun Kritik laut, es gab bereits Absagen von Gästen. So schlugen Manfred Kruczek für das Forum zur kritischen Auseinandersetzung mit DDR-Geschichte und auch die frühere Leiterin der Außenstelle Potsdam der Stasi-Unterlagenbehörde, Gisela Rüdiger, ihre Einladung aus.

In einem Politik für die Mitte vorliegenden Brief an die einladende Staatskanzlei wird erinnert, dass „neben dem Mauersturz am 9. November 1989 auch die Besetzung der MfS-Dienststellen am 4./5. Dezember 1989 zu den herausragenden Ergebnissen dieser Friedlichen Revolution“ gehört. Weiterhin heißt es: „Damit wurde auch in Rathenow, Potsdam, Cottbus, Frankfurt (Oder), Forst, Pritzwalk und anderswo die Abschaltung des MfS erzwungen und durch eherenamtliche Bürgerkomitees Stasi-Akten als unwiederbringbares Erbe der SED-Diktatur gesichert und damit gleichzeitig authentische Belege zum Nachweis des DDR-Unrechtsystems erhalten.“ „Festakt 25. Jahre Mauerfall – Kritik an Schorlemmer und Erinnerungskultur“ weiterlesen

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Stasi-Gefängnis bekommt neue Dauerausstellung

In Berlin-Hohenschönhausen können Besucher in Zellen und Verhörräumen ahnen, wie die Stasi im einstigen Untersuchungsgefängnis herrschte. Das Besucher-Interesse steigt von Jahr zu Jahr. Nun ist der groß angelegte Umbau der Gedenkstätte fertig.

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Im einstigen zentralen Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit in Berlin-Hohenschönhausen wird an diesem Freitag eine neue Dauerausstellung eröffnet.

Berlin (dpa) Im einstigen zentralen Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit in Berlin-Hohenschönhausen wird an diesem Freitag eine neue Dauerausstellung eröffnet. Unter dem Titel „Gefangen in Hohenschönhausen – Zeugnisse politischer Verfolgung 1945 bis 1989“ werden rund 500 seltene Exponate sowie historische Fotos gezeigt. Zur Eröffnung werden Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) sowie Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) erwartet, wie die Gedenkstätte mitteilte. Auch ein früherer Häftling wird zu den Gästen sprechen. „Stasi-Gefängnis bekommt neue Dauerausstellung“ weiterlesen

CDU: In Bezug auf die Stasi irrt Herr Platzeck – Wir haben Aufholbedarf

Anja Heinrich: Weitere Aufarbeitung der SED-Diktatur nötig

CDU-Generalsekretärin Anja Heinrich
CDU-Generalsekretärin Anja Heinrich

Der ehemalige Ministerpräsident Matthias Platzeck äußerte in einem Interview mit dem Tagesspiegel am 31. August 2013, dass die Geschichte der SED-Diktatur weitgehend aufgearbeitet und das Thema „im Wesentlichen durch“ sei.
Anja Heinrich, Generalsekretärin der CDU Brandenburg, sagt dazu: „Wir brauchen in Brandenburg eine weitere Aufarbeitung der SED-Diktatur und keine Bagatellisierung oder Verklärung der Vergangenheit. Unrecht in der Diktatur ist mindestens solange ein Thema, wie es Opfer gibt, denen geholfen werden muss. Die Aufarbeitungsbeauftragte Ulrike Poppe berichtet immer wieder von der hohen Anzahl von Anfragen von verfolgten Menschen, die jährlich stetig zunimmt. Nicht ohne Grund wurde die Aufarbeitungsbehörde personell verstärkt, um eine Aufarbeitung leisten zu können, die viel zu lange in Brandenburg nicht möglich war. Die steigende Zahl von Anträgen auf Akteneinsicht sprechen auch für sich. „CDU: In Bezug auf die Stasi irrt Herr Platzeck – Wir haben Aufholbedarf“ weiterlesen

Im Alleingang

Allein!
Allein! Quelle: brandenburg.de
von Robert Bachmann
Der 13. August 2013, der 52. Jahrestag des Mauerbaus, wurde  durch zwei wichtige Termine in der Landeshauptstadt flankiert. Um 12 Uhr gab es das alljährliche Gedenken des Forums zur kritischen Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte im Land Brandenburg e.V. Um 17.30 Uhr gab es die Möglichkeit, am 5. MauerVerLauf teilzunehmen, einen Weg zu gehen, der entlang der Mauergrenze führte und interessante Einblicke in die die Zeit bot, da es nicht möglich war, ein Land zu verlassen, das Menschen unterdrückte, schikanierte und auf Fluchtversuchen tötete. Das ist selbst nach über 22 Jahren deutscher Einheit immer noch beeindruckend wie auch bedrückend.
Auf beiden Veranstaltungen wiesen Redner und Veranstalter darauf hin, dass gerade der aktuelle Umgang mit dem Thema als auch die Sensibilisierung der Jugend für dieses Thema heute mehr denn je wichtig sind, um ein Geschichtsbild zu formen, das den Geschehnissen angemessen ist.  Manfred Kruczek vom Forum zur kritischen Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte im Land Brandenburg brachte hier einige Dinge zur Sprache, die uns heute noch diesbezüglich täglich treffen. Im Bund: Steinbrück spricht Angela Merkel Europafähigkeit ab, da sie ostsozialisiert ist. Im Land: Der Landtagspräsident Fritsch schreibt ein Vorwort für eine linke Publikation und konterkariert damit die Tätigkeit der Enquetekommission. Kommunal: Der Oberbürgermeister der Stadt Potsdam, Jann Jakobs, besucht eine Veranstaltung der LINKEn, die das 20-jährige Jubiläum ihrer Publikation “Rathausreport” feiert,  und lässt sich noch nett mit der SED-Bürgermeisterin Brunhilde Hanke ablichten.
Das alles sind Dinge,  die nachdenklich machen. Dinge, die auch Wut hervorrufen, sollte man doch denken, dass all die Protagonisten es besser wissen müssten.
Den Brandenburger Adler schießt aber mal wieder der Ministerpräsident Platzeck ab. Wurden im Vorfeld keine Termine bezüglich dieses Gedenktages publiziert, legte er heute abseits jeder Öffentlichkeit, gemeinsam mit der Aufarbeitungsbeauftragten Ulrike Poppe und mit seinem Nachfolger Dietmar Woidke, klammheimlich einen Kranz an der NIKE nieder.
Und da zeigt es sich wieder. Rot-Rot wird in Brandenburg immer noch gelebt. Sich bloß nicht zeigen in Anwesenheit derer, die unter dem System gelitten haben, das von denen zu verantworten ist, die heute hier regieren. Da hat Platzeck Woidke indoktriniert. Er zeigte ihm schon einmal, wie man es macht, will man die Stasi-Koalition über die Legislatur retten. Und die Aufarbeitungsbeauftragte Poppe  hat sich heute mal wieder von Rot-Rot instrumentalisieren lassen.
Platzeck und Woidke hätten alle Möglichkeiten gehabt sich darzustellen. Aber das scheint nicht einmal gewollt.

Dombrowski: „Es geht um menschliche Schicksale“

Potsdam (dpa/pfdm) Rund 1300 ehemalige DDR-Heimkinder haben sich bisher in der regionalen Beratungsstelle und Hilfe aufgesucht. Professionelle Kräfte unterstützen sie dabei, mit ihrem Schicksal umzugehen und vergangene Erlebnisse zu verarbeiten.

Dieter Dombowski, Ulrike Poppe, Martina Münch
Dieter Dombowski, Ulrike Poppe, Martina Münch

Etwa 1300 Betroffene haben sich seit der Einrichtung des Fonds „Heimerziehung in der DDR“ vor einem Jahr in der regionalen Beratungsstelle gemeldet. 1126 ehemalige DDR-Heimkinder werden aktuell von den drei Beratern betreut, wie die brandenburgische Aufarbeitungsbeauftragte Ulrike Poppe am Donnerstag mitteilte.

Geschehenes könne nicht ungeschehen gemacht werden. „Aber wir können – neben der Hilfe, die die Betroffenen erhalten, der Stigmatisierung dieser ehemaligen Heimkinder entgegenwirken und sie dabei unterstützen, ihr Schicksal öffentlich zu thematisieren“, sagte Bildungsministerin Martina Münch (SPD). „Dombrowski: „Es geht um menschliche Schicksale““ weiterlesen

Ich schäme mich für diese Regierung!

Frau Poppe wird diskreditiert

Robert Bachmann – Politik für die Mitte

Wer dem Tätigkeitsbericht der Diktaturbeauftragten Ulrike Poppe nicht zustimmen will, sondern ihn lediglich zur Kenntnis nehmen möchte – und das tun die Regierungsfraktionen aus SPD und ehemaliger SED – der möchte scheinbar keine ehrliche Aufarbeitung der menschenverachtenden SED-Diktatur. Kein Wunder, Platzecks Partei hat sich Stasi-Leute zum Regieren auserkoren.

Und wenn sich die Sozialdemokratie im Lande Brandenburg, allein des Machterhalts wegen, für derlei üble Spielchen hergibt, dann muss man sich schon fragen welch Geistes Kind sie ist. Die Opfer des Systems DDR, aber auch die normalen Bürger, die unter der Diktatur DDR leiden mussten, werden durch diese Stasi-Koalition verhöhnt.

Und es darf nicht vergessen werden, Frau Poppe, die eine herausragende Leistung erbringt, wird durch dieses Verhalten der rot-roten Regierung diskreditiert.

Ich schäme mich für diese Regierung!

Robert Bachmann – Politik für die Mitte

Dombrowski: „Ein Zustimmen zur Kenntnis war nicht möglich“

Stasi-Koalition nimmt Poppes Bericht lediglich nur zur Kenntnis

Regierung und Parlament loben die Arbeit der vor gut zwei Jahren eingesetzten brandenburgischen Diktaturbeauftragten. Ulrike Poppe und ihre Mitarbeiter leisteten einen wesentlichen Beitrag zur Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit, sagten Sprecher der Fraktionen am Donnerstag im Landtag. Bildungsministerin Martina Münch (SPD) hob die Bildungsarbeit Poppes mit Kindern und Jugendlichen hervor.

Ulrike Poppe

(dapd) Poppe hatte im März ihren ersten Tätigkeitsbericht vorgelegt. Darin hatte sie weitere Anstrengungen der Regierung bei der Aufklärung von Stasi-Fällen im öffentlichen Dienst angemahnt. Nachholbedarf sehe sie auch bei der Entschädigung von Opfern der SED-Diktatur.

In den vergangenen zwei Jahren holten sich fast 2.000 Menschen Rat bei der Diktaturbeauftragten. Allein 700 wandten sich wegen gesundheitlicher Folgeschäden nach Haftzeiten oder Heimaufenthalten in der DDR an ihre Behörde.

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